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Besuch bei einem Kunden in Afrika: Die wahre Geschichte von POS-Terminals und der Zukunft des Zahlungsverkehrs

Besuch bei einem Kunden in Afrika: Die wahre Geschichte von POS-Terminals und der Zukunft des Zahlungsverkehrs 1Ich bin dorthin gefahren, um einen langjährigen Kunden zu besuchen, aber ich bin mit einem völlig neuen Verständnis dafür zurückgekehrt, wie sich der afrikanische Zahlungsverkehr entwickelt.

Wir sprechen oft vom „Technologiesprung“ in Afrika – wie der Kontinent Festnetzanschlüsse übersprungen und direkt zu Mobiltelefonen übergegangen ist. Doch nach einem Gespräch mit meinem Kunden und einem Rundgang durch seine Läden wurde mir klar, dass sich derselbe Sprung jetzt bei Kassenterminals vollzieht.

Folgendes habe ich gelernt.

Mein Kunde betreibt eine mittelgroße Supermarktkette. Als ich in seinem Flagship-Store ankam, erwartete ich lange Schlangen von Barzahlern. Stattdessen sah ich Kunden, die mit Karte zahlten, QR-Codes scannten und sogar mobile Bezahldienste nutzten – doch viele seiner Kassen waren nur mit einem einzigen alten, langsamen POS-Gerät ausgestattet.

Er zog mich beiseite und sagte:
„Meine Kunden wollen digital bezahlen. Aber meine Terminals können da nicht mithalten. Sie gehen oft kaputt, unterstützen die neuen lokalen Zahlungssysteme nicht und sind nicht mobil.“

Da wurde mir klar: Die Nachfrage ist da. Die Hardware fehlt.

Trend Nr. 1: Von bargeldzentrierten zu multimodalen Zahlungssystemen

Jahrelang galt Afrika als ein Markt, in dem Bargeld an erster Stelle stand. Doch das ändert sich rasant – und zwar anders als in Europa oder den USA.

In vielen afrikanischen Ländern vollzog sich der Wechsel der Verbraucher nicht von Bargeld zu Kartenzahlung. Vielmehr wechselten sie von Bargeld zu mobilen Zahlungsmethoden (wie M-Pesa, MTN MoMo oder Telebirr). Dank wachsender nationaler und internationaler Kartensysteme gewinnen nun auch Karten an Bedeutung.

Was dies für POS-Terminals bedeutet:

Ein Terminal, das nur Visa oder Mastercard akzeptiert, genügt nicht mehr.

Moderne Kassensysteme in Afrika müssen Folgendes unterstützen:

Kontaktlose Karten

QR-Codes für mobiles Bezahlen

Lokale Zahlungssysteme (z. B. Verve in Nigeria, PesaLink in Kenia)

Trend Nr. 2: Der Aufstieg von intelligenten und Android-basierten Kassensystemen
Einer der größten Veränderungen, die wir besprochen haben, ist der Übergang von traditionellen, geschlossenen Kassensystemen zu intelligenten Android-Kassensystemen.

Warum Android?

Günstiger als herkömmliche proprietäre Systeme.

Mehr Flexibilität – Händler können Zahlungs-Apps, Inventarisierungstools oder Treueprogramme herunterladen.

Tragbar – viele sind handlich und ermöglichen es Kellnern, Lieferfahrern und Marktverkäufern, Zahlungen überall entgegenzunehmen.

Ein Kunde zeigte mir ein kleines Android-Kassengerät eines Mitbewerbers. „Damit kann man Zahlungen in der Gemüseabteilung, an der Parkplatzausfahrt oder sogar bei der Lieferung abwickeln“, sagte er. „Ich verliere Kunden, wenn die Schlangen an der Kasse lang sind. Das brauche ich unbedingt.“

Trend Nr. 3: „Kein Bankkonto“ bedeutet nicht „Keine Zahlungen“
Man hört oft, dass ein großer Teil Afrikas keinen Zugang zu Bankdienstleistungen hat. Das stimmt zwar – ist aber irreführend.

Viele Afrikaner ohne Bankkonto besitzen ein mobiles Geldkonto. Sie sparen, senden und bezahlen digital – nur eben nicht über eine traditionelle Bank. Und hier liegt der entscheidende Punkt: Mobile-Money-Agenten sind das eigentliche POS-Netzwerk.

Agenten (Kleinladenbesitzer mit Bargeld) fungieren als menschliche Geldautomaten. Doch zunehmend werden diese Agenten mit POS-Terminals ausgestattet, die mobile Geldbörsen mit Kartensystemen und Bankkonten verbinden.

Dadurch entsteht ein Hybridsystem:

Kunde zahlt mit mobilem Geld → Agent nutzt POS → Händler erhält die Auszahlung auf sein Bankkonto oder in seine Wallet.

Das ist ein einzigartiges afrikanisches Phänomen. Und es treibt die Verbreitung von POS-Systemen schneller voran als jede traditionelle Bankeninitiative.

Trend Nr. 4: Die Nachfrage nach sofortiger Abwicklung
Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt: die Abwicklungsgeschwindigkeit.

In vielen westlichen Märkten akzeptieren Händler eine Zahlungsfrist von zwei bis drei Tagen, da das System stabil ist. In Afrika hingegen arbeiten Kleinhändler mit minimalen Gewinnspannen. Sie benötigen ihr Geld sofort.

sagte mir:
„Wenn ein Kassenterminal eine Abrechnung am nächsten Tag anbietet, kaufe ich es nicht. Wenn es eine sofortige Abrechnung auf mein mobiles Portemonnaie oder mein Bankkonto anbietet, bin ich bereit, mehr zu bezahlen.“

Das ist ein entscheidender Faktor. Fintechs und POS-Anbieter, die eine sofortige oder taggleiche Abrechnung anbieten, gewinnen den Markt.

Was dies für POS-Anbieter bedeutet
Wenn Sie POS-Terminals oder Zahlungslösungen in Afrika verkaufen, sagt uns der Markt Folgendes:

Setzen Sie zuerst auf Android – es ist anpassungsfähiger, günstiger und einfacher aus der Ferne zu unterstützen.

Lokalisierung der Zahlungsmethoden – die Unterstützung von mobilen Zahlungs-QR-Codes und lokalen Kartensystemen ist nicht verhandelbar.

Bieten Sie eine schnelle Abwicklung an – selbst wenn dafür eine kleine Gebühr anfällt, ist sofortige Liquidität ein entscheidender Vorteil.

Denken Sie an Leistung und Konnektivität – die Geräte benötigen eine lange Akkulaufzeit, einen Offline-Modus und Dual-SIM-Unterstützung für Netzwerkredundanz.

Fazit
Afrika ist kein einheitlicher Markt – es sind 54 Länder mit unterschiedlichen Regulierungsbehörden, Währungen und Gepflogenheiten. Doch in vielen von ihnen zeichnet sich eine Erkenntnis ab: Das Kassenterminal entwickelt sich zum zentralen Nervensystem kleiner Unternehmen.

Bargeld wird nicht über Nacht verschwinden. Aber die Händler, die wachsen wollen? Die suchen bereits nach neuen Wegen.

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